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Einkaufsbummel

Ich blickte zurück. Nur Autos rasten vorbei und wischten das Regenwasser für einige Sekunden von den Straßen. Keine Fußgänger. Niemand außer mir. Ich erlaubte mir ein Lächeln und betrat den Laden. Wie immer überflutete der Duft mein Gehirn mit Endorphinen. Nicht, dass ich damals gewusst hätte, was Endorphine sind.

Zum Glück kannte ich den Laden gut. Im Eingangsbereich hingen zwei Spiegel. Heimtückisch platziert, teuflische Dinger. Beinahe hätte ich mich in einem davon gesehen. Aber dann war die Gefahr vorüber. Ich ging direkt zum kleinen Tresen links. Eine rundliche, aber sehr freundlich wirkende Frau stand vor einer herrlichen Auswahl an Sammelkarten, Spielen und Comics. Ein Paradies.

Ich habe mein gesamtes Weihnachtsgeld abgehoben. Es war mehr, als jeder meiner Freunde in seinem Sparschwein hatte.

„Was kann ich für Sie tun?“, fragte die Frau lächelnd.

Ich zeigte auf die Karten, die ich haben wollte und brauchte, und bezahlte mit dem größten Schein aus meinem bunten Portemonnaie.

Das Gefühl, die Kartenpäckchen in der Hand zu halten, war berauschend, fantastisch, pure Glückseligkeit. Welche Wunder würde ich wohl aus der glitzernden Plastikverpackung hervorholen? Es würden die seltensten Schätze sein, da war ich mir sicher. Jeder würde mich beneiden und meine Sammlung bewundern.

Nicht alle jedoch. Ich starrte auf den Boden, um den schrecklich spiegelnden Oberflächen am Ausgang auszuweichen, und verließ das Paradies zurück auf die graue Straße. Ich sah mich um. Manchmal lauerten sie hier. Sie hatten mich schon mehrmals erwischt. Gelächter. Geschlagen. Getreten. Gelächter.

Jetzt waren da Fußgänger. Aber alle groß und erwachsen. Sie durften mir nichts tun. Ich war froh und machte mich auf den Heimweg, die Taschen voller Glück, verpackt in Silber und Farben.

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